Sehschärfe und Dioptrien
Vielleicht kennt ihr die folgende Situation:
Ihr seit Mitfahrer bei Jemandem der eigentlich eine Brille (oder Kontaktlinsen) bräuchte, aber keine trägt. Jetzt müßt ihr entscheiden ob ihr im Auto sitzen bleibt oder euch bei voller Fahrt aus dem Auto fallen lasst. Um euch eine kleine Hilfe zu geben, könnt Ihr mit dem Sehschärfensimulator von www.optiker.at selber sehen was der Fahrer sieht/nicht sieht!
Ich habe einfach mal meine Werte für mein rechtes Auge (-2,25 dpt -0,5 ) eingegeben und ihr könnt sehen was ich mit und ohne Brille erkennen kann. Ein Blick aus dem Fenster ohne Brille beweist mir , dass der Simulator sehr nah dran ist.
Zum Vergleich nochmal das selbe Bild mit Brille bzw. Kontaktlinse gesehen. Es ist sicher eindrucksvoll zu sehen wie gefährlich es ist ohne geeignete Korrektur der Fehlsichtigkeit am Strassenverkehr teilzunehmen.
PS: Wer jetzt denkt das ich ohne Brille blind sei, möchte ich einen unserer vorherigen Artikel nahe legen in welchem wir das Auge mit einer Fotokamera verglichen haben. Wenn das optische System verstellt ist, braucht man eine Brille um den Brennpunkt des Auges wieder auf die Netzhaut zu legen um scharf sehen zu können. Eine ansteigende Fehlsichtigkeit ändert aber NICHTS an dem Auflösungsvermögen(Visus) der Netzhaut.
Um den Test mit dem eigenen Sehen vergleichen zu können, muss aber beachtet werden das die eigene Sehschärfe in etwa dem Durchschnitt entsprechen muss, beide Augen nicht stark voneinander abweichen und das die Alterseinstellung versucht die Akkommodationsfähigkeit des Menschen zu berücksichtigen.













Das Problem an diesem Simulator – bzw. das erste Bild – ist, dass er auch den Nahbereich verschwimmen lässt.
Da ich ähnliche Werte habe, kann ich durchaus bestätigen, dass das Bild in der Ferne so aussieht, aber in der Nähe eben deutlich schärfer.
Ein zweiter Effekt – nämlich Interpolation – wird dabei auch außer Acht gelassen. Durch Kopfbewegungen und bewegte Objekte, kann man in der Ferne auch deutlich mehr erkennen, als die bloße Unschärfe zulassen würde.
Für mich ist es aber schon unangenehm, ohne Brille das Haus zu verlassen. An ein Steuer irgendeines Gefährts würde ich mich aber ohne Korrektur nur im äußersten Notfall begeben.
Hallo Frank. Du hast vollkommen recht, dass die Nähe besser aussieht. Das könnte man auch simulieren, ist aber von der Darstellung her noch schwieriger. Deshalb wurden hier bewusst Bilder gewählt, die vor allem entfernte Objekte zeigen.
Die Interpolation funktioniert am Fernseher und aber guggn auf der Straße meines Wissen nach nicht, da die Bildinformation einfach nicht vorhanden ist, und damit nicht von einem anderen Bild abgelitten werden kann.
Du bist doch kurzsichtig – probiers doch aus
Buchstaben raten z.B. oder eben Objekte erkennen. Dabei wird dann fehlende Bildinformation durch Erfahrung und Wissen ausgeglichen. Oder sagen wir besser, das Gehirn versucht es auszugleichen.
Dass das im Alltag ganz gut funktioniert und die Grenzen sieht man schön, wenn man andere Personen ohne Brille zu erkennen versucht. Im Alltag erkennt man Personen, die man öfter sieht u.a. auch an den Bewegungen oder eben typischen Klamotten. Wie hilfreich diese Zusatzinformationen sind, sieht man wenn man dann mal ohne Brille in die Schwimmhalle geht. Plötzlich ist es sehr schwer Personen wiederzuerkennen…
BTW: Wo ist eigentlich dein Gravatar geblieben?
Hallo Frank, was du meinst ist interpretieren. Da geh ich voll mit.
Toller Blog mit interessanten Beiträgen.