Eigentlich müsste man Mitleid mit dem Glashersteller Essilor haben, erst wird dessen Werk in Thailand wegender Flut geschlossen und dann fällt die großartig angekündigte Weltneuheit aufgrund von extremer Winterwärme mau aus. Denn wer kauft schon High-Tech-Antibeschlaggläser, wenn diese maximal Aufgrund von Schweißausbrüchen anlaufen könnten.
Da grenzt der folgende Werbespot das Anwendungsgebiet in unseren derzeit “frühlingshaften” Breitengraden schon fast ein.
Ich habe mir diese Gläser bei Essilor zum Testen bestellt. Einen Kühlschranktest haben die Gläser bereits gut bestanden, ein Alltagstest war in Ermangelung von Frost bisher noch nicht möglich. Die Antibeschlagwirkung hat sich dabei als wirklich gut herausgestellt. Damit die Gläser Ihre volle Anti-Beschlag-Wirkung ausreizen könnne muß ein Aktivator auf das Brillenglas gesprüht und verputzt werden. Wie lange dieser Aktivator auf den Gläsern haftet und wie sich die Beschichtung auf die Putzeigenschaften auswirkt, ist noch offen.
Alternativ zu Optifog-Brillengläsern, gibt das bereits vorgestellte Klarpilot, ein Antibeschlagspray, welches speziell für Feuerwehr und ähnliche Einsatzkräfte enwickelt wurde und auch beim Paintball gute Dienste leistet.
Ein direkter Vergleich und Alltagstest folgt bei entsprechenden Wetterbedingungen hier in diesem Kino äh Blog.
Ein allseits bekanntes Problem. Irgendwann einmal ist wieder der Weg zu Optiker fällig, weil sich nach geraumer Zeit wieder Kratzer auf dem Brillenglas eingefunden haben. Die Entstehung d.h. ein konkretes Ereignis bei welchem der Kratzer entstand, ist leider nicht mehr auszumachen. In der Regel handelt es sich dabei um Kratzer die durch das alltägliche Reinigen entstanden. Und dies geschieht trotz der Verwendung eines sauberen Mikrofasertuches.
Warum aber zerkratzen die Gläser obwohl man sich auch beim letzten Kauf für eine Hartschicht entschieden hat?
Beim täglichen Gebrauch der Brille sammeln sich Staubpartikel auf dem Glas. Werden diese nicht vor dem Putzen mit einem Tuch mit fließendem Wasser abgespült, bleiben diese auch an der Oberfläche haften. Reinigt man seine Brille nun trocken mit einem Tuch reibt man diese harten Staubkörner auf der Glasoberfläche hin und her. Das Glas wird in seiner Oberfläche peu à peu verkratzt. Eine Hartschicht hilft an dieser Stelle nur bedingt, da deren Härte nur der von Autolack entspricht. Die meisten wissen, wie schnell das Auto einen Lackschaden bekommt.
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Wieso macht man die Hartschicht nicht härter?
Das gab es schon einmal und wurde bereits verworfen. Früher wurden Quarzschichten aufgebracht, welche regelmäßig abblätterten und viel schlimmer aussahen als ein leicht zerkratzes Brillenglas.
Wie kann man nun vor dem Verkratzen der Brillengläser schützen?
Man sollte sich immer bewußt sein, daß eine Hartschicht nur bedingt schützt und somit die eigene Sorgfalt beim Reinigen gefragt ist. Die Reinigung unter fließendem Wasser mit einem winzigen Tropfen Spülmittel und die Verwendung eines saueberen Mikrofasertuches sollten Standard sein. Es gibt auch Brillengläser welche von sich aus antistatisch beschichtet sind. Antistatisch–> weniger Staub auf dem Glas–> weniger Kratzer. Nicht bei jedem Brillenglas ist dies möglich. Grundsätzlich verkratzen Brillengläser mit einer superhydrophoben Lotusschicht weniger schnell da der Besitzer weniger reibt umd die Gläser sauber zu bekommen. Die “glattere” Oberfläche macht es möglich.
Abhilfe bei bereits zerkratzten Brillengläsern?
Gibt es leider nicht. Die Brillenglasoberfläche läßt sich leider nicht abpolieren. Zum Einen poliert man auch die Vergütung und ggf. auch die Farbe vom Brillenglas , zum Anderen entstehen starke Verzüge auf dem Brillenglas welche sehr viel stärker als störend auffallen würden würden, als die Kratzer.
How to clean a Mikrofasertuch oder wie kommt der Dreck da raus ;)?
Mikrofasertücher mit Reinigungshinweis
Mikrofasertücher sind im Haushalt nicht mehr wegzudenken. Man reinigt damit die Wohnung, trocknet sich damit ab und legt sich am Abend in Bettwäsche aus Mikrofaser. Mikrofaser wird aber auch in der Augenoptik als bestmögliches Pflegetuch für Brillengläser, wertvolle Kameraobjektive und andere empfindliche Kunststoffoberflächen verwandt. Meist versucht man mit den Tüchern Fingerabdrücke, Talgablagerungen von Augenbrauen und Reste von Gesichts- oder Handcremes zu entfernen. Aber wie bekommt man den meist ölig/fettigen Schutz aus dem Tuch?
Bei Mikrofasertücher handelt es sich um ein extrem feines Gewebe mit hauchdünnen Fasern die selbst dünner als Seide sind und zu einem angenehm geschmeidigen Gewebe verwebt werden. Die extrem feine Kunststofffasern können keine Kratzer auf Brillengläsern verursachen. Dafür müssen die Tücher aber sauber, d.h. frei von abrasiven Staubpartikeln sein. Damit man nun ein unsauberes Tuch wieder in ein sauberes Tuch verwandelt werden kann, muß man es nicht in der Handwäsche säubern (man darf aber) sondern man tut es einfach in die Waschmaschine. Bei 30°C – 40°C werden die Tücher ohne Weichspüler gewaschen um Creme- sowie Hautfettreste restlos zu entfernen. Damit ist wieder Platz für neuen Schmutz und Unrat . In wirklich gar keinem Fall darf ein Mikrofasergewebe gebügelt werden. Also Freunde des heißen Eisens, reizt Euch z’sammen!
Gelegentlich sieht man Brillenträger mit eingeschweißten feuchten Brillenreinigungstüchern rumhantieren. Diese Tücher bestehen aber aus einer festen harten Cellulosefaser die bei jedem Putzen feine Kratzer auf dem Brillenglas verursacht und langfristig das Glas “erblinden” läßt. Hiervon können wir nur abraten!!!
Wer uns unsere Reinigungshinweise nicht abkauft kann hier noch einmal eine externe Quelle erforschen.
Immer wieder die selbe Sch……. Brille dreckig, Tuch raus, dreimal hin und her gerubbelt und immer noch ist das Ding drecksch (für Nichtsachsen: dreckig). Etliche Kunden beschweren sich über Ihre dreckigen Brillengläser und erinnern an ihre guten alten Brillen, bei welchen dies nicht passiert ist. Schnell ist dann auch der mögliche Übeltäter identifiziert und wird versucht diesen auszumerzen. Die “böse, böse” Entspiegelung ist vermeindlich schuld daran. Die Aussage können wir nur als unrichtig gelten lassen wennauch die Entspiegelung einen Anteil daran hat. Durch die Entspiegelung sieht man die Verschmutzungen auf dem Brillenglas wesentlich deutlicher.
entspiegelte Brillengläser
Und wie wird nun ein Brillenglas streifenfrei sauber? - Am besten die Brille mit einem Tropfen Spülmittel (der Sachse sagt dazu “fit” ohne direkt Werbung machen zu wollen, da es früher nur “fit” gab) auf die Gläser geben und mit etwas Wasser schön verteilen und einschäumen. Besitzer von randlosen Brillen können eine alte Zahnbürste mit weichen Borsten verwenden um die Zwischenräume an Schrauben, Muttern und Nasenpads zu reinigen. Dann mit klarem Wasser abspülen und mit einem sauberen Mikrofasertuch (dies behandeln wir in einem gesonderten Artikel) trocken reiben. Sollten jetzt noch kleine feine Punkte auf dem Brillenglas übriggeblieben sein welche den Hauptwaschgang überlebt haben, kann es sich meist um Reste von Haarlack handeln. Der ist nicht so einfach zu entfernen. Wohl aber dem Besitzer eine guten Flasche Brennspiritus, Isopropanol oder auch Prima Sprit (auch Weingeist genannt –> Herstellung von Likören). Einfach 1-2 Trofen auf jedes Brillenglas mit den Fingern verteilen und den Hauptwaschgang wiederholen. Der gewünschte Effekt sollte eintreten. Mit Reinigungsbenzin oder Aceton sollte man den Brillengläsern nicht zu sehr auf den Pelz rücken. Aceton kann zudem auch die Fassung beschädigen.
Darf ich meine Brille nur mit Wasser reinigen? – Grundsätzlich solltest Du, wenn möglich, immer mit Wasser und Seife die Gläser reinigen. Staub auf Deinen Gläsern muß erst entfernt werden, da dieser sonst wie ein abrasiver Schleifkörper die Oberfläche Deiner Brillengläser fein zerkratzt.
Brillengläser die entspiegelt sind und nie dreckig werden? – Tut uns leid, die gibt es nicht. Einem namhaften Hersteller aus Franken gelang die Entwicklung einer restreflexlosen Entspiegelung die geringstmögliche statische Anziehungskräfte besitzt. Auf deutsch, die Gläser stauben nicht so schnell ein.
Ihr habt mir einen Lotuseffekt/Abperleffekt verkauft? Was soll der dann überhaupt? – Ein Lotuseffekt verbessert das Reinigen der Brille. Die Oberfläche ist wesentlich glatter ( mikroskopisch ganz fein rauh) sodass Schmutz sich leichter löst und Wasser von der Oberfläche des Brillenglases abperlt. Durch die glattere Oberfläche putzt man weniger und reduziert die Wahrscheinlichkeit die Brillengläser durch unsachgemäßes Putzen zu zerkratzen.
Warum können meine Brillengläser durch das Putzen verkratzen? – Das, lieber Leser, werden wir auch in einem eigenen Artikel behandeln!
Von jeder beleuchteten Fläche wird immer ein Teil des Lichtes reflektiert. Dieser Reflex wirkt sich störend beim Sehen aus. Nachts wirken Lichtreflexe störend, da dem Auge das Vorhandensein von Lichtquellen vorgegaukelt wird welche in Wirklichkeit nicht da sind. Licht, welches seitlich auf die Augenpartie fällt, wird zur Brillenglasrückseite reflektiert. Die Brillenglasrückfläche wirkt zum Teil wie ein Hohlspiegel vergrößernd und bildet ein großen Bild das vor allem von stärker kurzsichtigen Menschen sehr gut wahrgenommen werden kann.
Eine Entspiegelung kann bis zu 98% des reflektierten Lichts auslöschen. Wie dies funktioniert, haben wir im Artikel reflexfrei guggn schon beschrieben.
Je nach Qualität der Entspiegelung bleibt ein unterschiedlich farbiger und unterschiedlich starker Lichtreflex zurück. Den schauen wir uns jetzt mal an.
Einfache Entspiegelung – meist hellblauer Restreflex
hier wird eine Entspieglunsgschicht aufgebracht
Einfache Entspiegelung
Mehrfache Entspiegelung
bei einer Mehrfachentspiegelung werden 4 Schichten auf das Glas aufgebracht,
Mehrfache Entspiegelung - meist gold- oder lilafarbener Restreflex
Superentspiegelung:
hier werden 8 Schichten aufgedampft um ein möglichtst großes Spektrum des Reflexes zu entfernen.
Superentspiegelung - meist grünlicher bis türkisfarbener Restreflex
Diese weiße Entspiegelung, ist etwas für Menschen, denen ein grüner oder lilaner Restreflex nicht gefällt und die trotzdem nicht auf eine Entspiegelung verzichten wollen. Diese Entspiegelung wurde gefunden, als man nach einer besonders antistatischen Beschichtung gesucht hat. Und dies ist auch der angenehme Nebeneffekt bei dieser Entspiegelung.
Heute wollen wir uns der letzten großen Gruppen von Brillengläser zuwenden die es uns erlauben einen Text zu lesen ohne die Arme auszukugeln. Es handelt sich um die Gruppe der Gleitsichtgläser. Ein anderer Name ist “Progressivgläser” aber auch “Gleitschichtgläser” und “Gleitschutzgläser” kam uns schon zu Ohren. Diese Gläser zeichnen sich durch einen stufelosen und trennkanntenloser Übergang von der Ferne zur Nähe (Lesen) aus. Der Benutzer hat die Möglichkeit ohne Wechsen der Brillen in allen Entfernungen scharf zu sehen denn für jede Entfernung ist die passende Glasstärke im Brillenglas vorhanden. Dazu nötig sind ein wenig Anpassungszeit beim ersten Trageversuch und immer etwas Kopfarbeit. Dabei gilt, je höher die Nahverstärkung desto kleiner wird der erkennbare Lesebereich in der Nähe. Bessere Gleitsichtgläser verschaffen aber auch bei diesem Problemchen Abhilfe. In der folgenden kleinen Galerie kann man günstige einfache mit besseren Gleitsichtgläsern bei jeweils gleichgroßer Nahverstärkung miteinander vergleichen.
Aufgrund des Aufbaus eines Gleitsichtglases muß man beim Benutzen eines PC’s den Kopf anheben um zu einem scharfen Bild zu gelangen. Langfristig wird das zu Verspannungen im Hals und Problemen mit der Wirbelsäule führen. Hier empfiehlt sich die zusätzlich Benutzung einer Computerarbeitsplatz bzw. Nahkomfortbrille. Die ist auch im dritten Artikel dieser Reihe beschrieben und bildlich verdeutlicht.
Den direkten Vergleich von Nahkomfort-, Gleitsicht- und Lesebrille haben wir in der folgenden Galerie für Sie dargestellt. Verglichen werden jeweils identische Nahverstärkungen. Leider sind die Bilder etwas klein aber wir denken das es ausreichend erkennbar ist.
Als Fazit für uns ergibt sich keine grundlegende Empfehlung für nur ein Produkt. Jedes der beschriebenen Möglichkeiten der Nahverstärkung weist seine eigenen spezifischen Vor- und Nahteile auf. Eine eingehende individuelle Beratung ist erforderlich um die Bedürfnisse des Lebens gut abdecken zu können. Mit einer Brille allein ist allerdings keiner Gut beraten. Aber Sie gehen ja auch nicht mit Ihren Stöckelschuhen joggen, auf Arbeit und graben den Garten.
Alle Jahre wieder kommen Brillenträger benebelt in Geschäften, Wohnungen und Arbeitsstätten. Dabei haben sie weder getrunken, noch andere bewußtseinverändernde Maßnahmen ergriffen. Brillengläser beschlagen, wenn sie vom kalten Draußen mit geringer Luftfeuchtigkeit ins wohlig warme Drinnen mit hoher Luftfeuchtigkeit gebracht werden. Die in der Luft enthaltende Feuchtigkeit kühlt am Brillenglas ab und kondensiert. Was für uns Samstags-Brötchenholer-Normalos nur eine kleine Ärgerlichkeit ist, ist für Skifahrer mit Skimaske, Paintballspieler, Motorradfahrer und z.B. Lackierer richtig nervig. Für Feuerwehrleute, die mit ihrer Atemschutz- und Sichtschutzmaske in den Einsatz müssen ist es überlebenswichtig.
Es ein paar mehr oder weniger sinnvolle Möglichkeiten diesem Problem zu begegnen:
1. Auf die Brillegläser spucken:
Klingt doof, funktioniert aber wirklich. Taucher nutzen den Trick für ihre Tauchmasken. Das Tolle ist, dass der Speichel jederzeit günstig zur Verfügung steht. Leider gibt’s auch Nachteile: das bespeicheln der eigenen Brille in der Öffentlichkeit ist gesellschaftlich nicht besonders anerkannt und man wird schnell als etwas sonderbar abgestempelt. Die “Zusatzbeschichtung” wird die optische Abbildungsqualität eher negativ beieinflussen.
2.Kontaktlinsen verwenden:
Diese Lösung funktioniert 100%ig, da Kontaktlinsen ständig Körperkontakt haben und somit eine annähernd gleiche Temperatur. Die hohe Luftfeuchtigkeit kann somit nicht an der Kontaktlinse kondensieren. Die freundliche Bäckereiwarenfachverkäuferin wird sich über eine zügige Bestellung freuen.
3. Abwischen:
Der Erfolg dieser Taktik hängt ganz von der Ausführung ab. Ein griffbereites sauberes Mikrofasertuch hilft um sofort klare Verhältisse zu schaffen. Solche Tücher sind, wen wundert es, sind natürlich in unserem gut sortierten Augenoptikfachgeschäft erhältlich. Die Benutzung von Ärmeln, Jacken oder Fingern führt oft Schlieren und kann sogar Kratzer auf dem Brillenglas verursachen. Es geht doch nichts über Pullover in der beliebten Sandpapierqualität S1000.
4. Die Brillenheizung:
Ach wäre es nicht schön, wenn man die Brille einfach heizen könnte wie eine Autoscheibe. Die Idee ist alt, alleine an der Umsetzung scheitert es noch: Drähte im Sichtfeld, Batterien welche das Brillengewicht erhöhen und andere Probleme behindern die Umsetzung. Aber es gibt Leute die zu allem entschlossen daran arbeiten. Wir sind gespannt.
5. Anti-Beschlag-Spray:
Seit Jahren schon versuchen die Menschen Sprays und Tinkturen herzustellen um diesem Problem Herr zu werden. Genauso lange suchen wir schon einem Mittel was wirklich funktioniert. Auf der Interschutz Messe in Leipzig haben tatsächlich ein gutes Anti-Beschlag-Spray gefunden und gleich in unser Sortiment aufgenommen. Es wurde für die oben genannten Feuerwehrleute entwickelt und hält nach einer Anwendung bis zu drei Tage. Um sich davon selber überzeugen zu können könnt Ihr gerne testweise Eure Brille kostenlos “behandeln” lassen.
Sehen im Zwischenbereich eines Gleitsichtglases um den Monitor scharf sehen zu können.
So, wir wissen nun dass man mit der Lesebrille zwar schön scharf sehen kann aber die Sehbereiche mit steigender Stärke kleiner werden. Was wir noch wissen ist dass uns die Bifokalbrille im Zwischenbereich (Computermonitor) sehr wenig hilft. Wollen wir uns jetzt den Nahkomfortgläsern zuwenden. Diese Brillengläser zählen streng genommen zur Gruppe der Einstärkengläser d.h. zur selben Gruppe die die Brillengläser aus Teil I allerdings mit einem entscheidenden Vorteil. Diese Brillengläser werden ausgehend von der benötigten Glasstärke zu Lesen, nach oben hin schwächer. Damit kann man besonders gut im Zwischenbereich und Nähe sehen ohne stärkere Blickfeldeinschränkungen wie beim Gleitsichtglas zu haben. Benutzer eines Computers dürfen sich auf ein größeres Gesichtsfeld am PC und eine besser Kopf und Körperhaltung freuen. Viele kennen die leicht arrogante Kopfhaltung der Kollegen die das 50.Lebensjahr überschritten haben. Diese Kollegen haben sich auch schon eine ganz typische Art entwickelt sich mit einer streichenden Handbewegung die Nackenmuskulatur zu massieren. Der Nutzer eines Nahkomfortglases wird sich diese Unart wieder abgewöhnen.
Besonders gut ist das Nahkomfortglas für ausdauerndes Arbeiten am PC und Bastelarbeiten gedacht und stellt eine sinnvolle Ergänzung zu jeder Gleitsichtbrille dar.
Für einen direkten Vergleich haben wir hier mal die Größe der Sehbereiche gegen die Sehbreiche mit einer Lesebrille gegenübergestellt. Links jeweils die Nahkomfortgläser, rechts die passenden Lesebrillengläser.
Einen direkten Vergleich von Nahkomfortgläsern mit Gleitsichtgläsern erhaltet Ihr hier. Links jeweils die Nahkomfortgläser, rechts die passenden Gleitsichtgläser.
Die Lesebrille mit Ihren vor und Nachteilen haben wir schon beschrieben. Wollen wir uns mal der Bifokalbrille zuwenden. Das Problem ist immer noch das gleiche. In der Ferne sehe ich was (egal ob keine Brille benötigt wird oder eine Brille genutzt und getragen wird) und in der Nähe sieht man nichts. Eine Lesebrille macht nur einen scharfen Nahbereich und die Ferne ist durch die Lesebrille unscharf. Zwei Brillen kann ich nicht aufsetzen ohne leicht dämlich auszusehen.
Diesem Problem nahm sich einer an, einer der fast alles konnte. Nein nicht Supergrobi aus der Sesamstrasse sondern Benjamin Franklin. Der Gute schliff zwei Gläser für die Ferne und zwei Gläser zum Lesen halbkreisförmig, verklebte jeweils ein Fern- und Leseglas zu einer runden Form und baute diese runden Gläser in ein Brillengestell ein. Oben die Fernteile und unten die Lesegläser. Damit war es möglich ohne die Brillen wechseln zu müssen in die Ferne zu schauen und bei Senkung des Blickes auch in der Nähe scharf zu sehen.
Benjamin Franklin
Das funktioniert auch soweit ganz gut bis man einen PC benutzen will. Weder durch das Fernteil noch durch das Nahteil des Brillenglases läßt sich eine Zwischenentfernung gut erkennen. Wenn doch geht dies meist mit einer arroganten Kopfhaltung einher wenn man den Monitor nur durch das Nahteil scharf sieht. Als Lösung für den Alltag also nur bedigt geeignet wenn man davon ausgeht das an ganz vielen Arbeitsplätzen eine Computernutzung Pflicht ist. Einen anderen Vorteil haben diese Brillengläser aber. Für Menschen mit besonderen Ansprüchen lassen sich die Bereiche zum Lesen andersweitig anordnen. Der Automechaniker bekommt für die Arbeit unter der Hebebühne die Nahteile oben angeornet um über Kopf arbeiten zu können, der Kranführer welcher nach unten eine freie Sicht benötigt und seine Anzeigen weiter ablesen muss.
Das Bifokalglas ist gut für Menschen geeignet die in in nur zwei Sehbereichen sehen müssen. Für Arbeiten am Computer sind diese Gläser weniger geeignet.
In der kleinen Galerie seht Ihr Fotos die wir durch ein Bifokalglas gemacht haben. Schaut selber! Wer feststellt das es Bilddopplungen gibt sieht richtig. Diese entstehen am Nahteil und fallen bei Foto besonders auf.
Die Nahverstärkung Teil I: Das Einstärkenglas für die Lesebrille
Wer das 45. Lebensjahr geschafft hat kennt das Problem. Man schafft es nicht in allen Entfernungen scharf zu sehen bzw. es trotz der vorhandenen letzten Brille nicht mehr scharf sehen zu können. Die Meisten lernen in diesem Lebensabschnitt das ein Text mit gestreckten Armen leichter zu lesen ist. Ein paar Jahre später lernen dieselben Menschen das die Armlänge einfach nicht ausreicht und wünschten sich ein Gibbon zu sein.
ein langarmiges Weißhandgibbon
Bei Vielen stoppt dann der Augenarzt oder Augenoptiker den Lernprozess. Eine anfangs einfache Lesebrille läßt den Menschen wieder an einem normalen Leben teilhaben (Orthopäden freuen sich an dieser Stelle über abnehmende Schulter- und Ellenbogenprobleme). Bei Denjenigen, die fachkundigen Personal nicht die Möglichkeit zur Beratung begeben haben wirds in den folgenden Jahren richtig bunt. Während die Einen die Vergrößerungsfunktion am Kopierer strapazieren und damit Unmengen an Papiermüll produzieren, entdecken Andere das sie am Computermonitor mit 19”-Diagonale bei Auflösung 800×600 wieder halbwegs flüssig lesen können. Besonders schön sind die Versuche lieber eine Lupe für Sehbehinderte als eine Lesebrille zu nutzen. Kurzsichtige können sich ja auch einen Langstock besorgen oder ganz dekadent – ein Blindenpony.
Haben Sie sich bei Lesen womöglich wiedererkannt? Wollen sie mehr wissen?. Dann lesen Sie doch hier weiter?
Anundfürsich ist die Sache recht einfach. Der Mensch hat bei der geburtsmäßigen Erstausstattung eine klare körpereigene Linse im Auge die es ermöglicht auf verschiedene Distanzen einzustellen ( –> Akkommodation). Je näher ein Objekt am Auge liegt desto stärker muß sich diese Linse kugeln. Die Linse nimmt somit an Brechkraft zu und kann nahe liegende Objekte scharf auf der Netzhaut abbilden. Die Augenlinse macht aber genau das gleiche wie alternde Knochen und Gelenke. Sie wird/werden steifer. Wie die Gelenke können sich nicht mehr so stark beugen können, kann sich die Augenlinse sich nicht mehr so gut auf die Nähe einstellen. Das was fehlt, also die Augenlinse nicht mehr selber schafft wird vom Augenoptiker ermittelt und durch eine geeignete Lesebrille ausgeglichen. Je nach Stärke des gewählten Brillengläses kann man Nahe liegende Objekte scharf erkennen. Einen Nachteil gibt es bei der Geschichte. Die Nähe erkennt man mit der Brille wieder recht gut, nur die Ferne wird durch die Brille betrachtet nicht besser. Deswegen kann Mann oder auch Frau nicht im Café sitzen und dem anderen Geschlecht nachschauen und gleichzeitig die Tageszeitung studieren. Je älter ein Mensch wird desto stärker wird auch die Nahverstärkung sein und desto kleiner der scharf zu erkennende Sehbereich.
Es ist trotzdem gut für Arbeiten geeignet bei denen man nicht in verschiedenen Entfernung sehen können muß.
Um dies zu verdeutlichen haben wir hier eine Simulation einer identischen Szene mit unterschiedlich starken Sehstärken zum Lesen.